Das Theater Augsburg ist ein kommunaler Eigenbetrieb mit den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Ballett und Konzert.

Intendanz 1999/2000 bis 2005/06  Dr. Ulrich Peters

Das Theater verfügte während der Intendanz Peters über vier eigene Spielstätten, das Große Haus mit 939 Plätzen, die Komödie mit 320 Plätzen, den Hoffmannkeller mit 99 Plätzen und die Freilichtbühne am Roten Tor mit 2100 Plätzen. Konzerte fanden darüber hinaus in der Kongresshalle Augsburg statt.

Entwicklung der Besucherzahlen am Theater Augsburg unter Intendant Peters:
2005 / 2006: 246.587
2004 / 2005: 243.650
2003 / 2004: 250.519
2002 / 2003: 245.939
2001 / 2002: 242.372
2000 / 2001: 248.315
1999 / 2000: 200.568

Abonnemententwicklung 1999-2006
4129 auf 5645 ohne Besucherorganisationen
s.a. www.theater.augsburg.de

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„Es gibt immer etwas zu glätten“

Intendant Ulrich Peters zum Auftakt seiner achten und letzten Augsburger Spielzeit – ein Rück- und Ausblick
Von unserem Redakteur Rüdiger Heinze / 30. September 2006

1999 startete Ulrich Peters als überraschend schnell gewählter Nachrück-Kandidat seine Augsburger Intendanz. Wenn der 1955 in Stuttgart Geborene im September 2007 das Gärtnerplatztheater München übernimmt, liegen also acht Jahre Erfahrung als Leiter eines Dreispartenhauses hinter ihm - und allerhand politischer Schlagabtausch, der kulminierte in der städtischen Absage an ein neues Schauspielhaus. Für Peters war das erklärtermaßen der Anlass, sich anderweitig umzusehen. Zu Beginn seiner letzten Augs­burger Spielzeit blickt er im Gespräch mit unserer Zeitung vor und zurück.
Frage: Was entsprach in den vergangenen sieben Augsburger fahren nicht Ihren Qua­litätsvorstellungen, und worüber sind Sie besonders stolz? Nennen Sie uns jeweils drei Beispiele.
Peters: Eine gemeine Frage. Nicht ganz zufrieden war ich mit Regie und Ausstattung bei Dagobert Lindlaus „Krähenplage“, mit dem „Wildschütz“ und vielleicht mit der „Carmen“. Außerordentlich gelungen waren für mich die Produktionen wie Massenets Oper „Don Quichotte“, „Johanna der Schlachthöfe“ oder die Hindemith-Oper „Neues vom Tage“, hier ließen sich aber noch sehr viele andere nennen. Mehr unter: Augsburg-Bilanz nach 8 Jahren

 

„Kulturmacher voll Elan in der Fuggerstadt“

… Das rege Dreispartenhaus (…) stellt mit seinen etwa 300 Mitarbeitern fast 600 Vorstellungen pro Saison auf die Bühne – von der Oper oder dem Ballettabend im Großen Haus bis zur Ein-Frau-Show in der hauseigenen Kellerbühne Hoffmannkeller. Dabei konnte das Haus sich auch schon deutschlandweit in der Bühnenstatistik unter den Theatern gleicher Größe an einem Spitzenplatz positionieren: Nirgendwo sonst in Deutschland wird rentableres Theater gemacht als in Augsburg – und auch in Punkto Auslastung befindet sich das Haus unter den besten drei Plätzen. Dass bei aller schwäbischen Ökonomie auch die Qualität nicht hinten ansteht, liegt dem Intendanten Ulrich Peters natürlich besonders am Herzen. (…) So gehören neben Klassikern im Schauspiel, den großen Opern von Mozart, Wagner Verdi und Richard Strauss auch immer wieder Neuentdeckungen auf dem Spielplan. Die Reihe der „Zeitopern der 20-er Jahre" lockt beispielsweise regelmäßig auch auswärtige Opernfans nach Augsburg ...
EUROPA Report Nr.106 2003 (Dezember)


Das Theater Augsburg erhielt im Jahrbuch 2003 der Zeitschrift "Opernwelt" gleich zwei Nennungen, zum einen in der Rubrik "Ausgrabung/Wiederentdeckung" für Massenets "Don Quichote", zum anderen in der Rubrik "Opernhaus des Jahres" für die Ausgrabungen von Massenets "Don Quichote" und d´Alberts "Die schwarze Orchidee".


Das Theater Augsburg hat in der Spielzeit 2002/2003 bei den Zuschauerzahlen im Vergleich zur Vorsaison zugelegt. Die Darbietungen lockten rund 246 000 Gäste, das sind 3000 mehr als in der Vorsaison, wie die Theaterleitung am Dienstag mitteilte. Das Große Haus war damit zu fast 80 Prozent ausgelastet. Der trockene Sommer, der die Freilichtaufführungen am Roten Tor begünstigte, habe zu dem Erfolg beigetragen. Der Besucherrekord der Saison 2000/2001 mit 248 000 Zuschauern wurde knapp verfehlt.


Angesichts der Haushaltsschwierigkeiten der Stadt stärkt die steigende Besucherzahl das von Spardiskussionen betroffene Theater unter der Leitung von Intendant Ulrich Peters. Der Stadtrat hatte im vergangenen Winter kurzfristige Sparmaßnahmen in dem städtischen Eigenbetrieb verlangt, die nach Ansicht von Peters das Dreispartenhaus generell in Frage gestellt hätten. Laut Wirtschaftsplan wurde dem Theater daraufhin ein Fehlbetrag für die kommende Spielzeit von 425 000 Euro zugestanden. Fünf Jahre lang darf das Haus Fehlbeträge ausweisen. Dann droht die Schließung, falls die Stadt das Defizit nicht mehr ausgleicht.
ZDF Theaterkanal 4.8.2003


Das Theater Augsburg ist unter Intendant Ulrich Peters aufgeblüht, (…) der derzeitige Erfolg des Theaters Augsburg, 60 Kilometer von München entfernt, kann ohne den Erfolg seines Intendanten nicht gedacht werden. So muss ein Mann wie Ulrich Peters nahezu als Intendanten-Hauptgewinn erscheinen. Mehreres kommt dabei zusammen: Theatergeschichtspromotion und Betriebswirtschaftslehre, relative Jugend (47) und Erfahrung, Charme und Verhandlungshärte, Aussehen und Ehrgeiz, Workaholic-Neigungen und Gremienfreudigkeit (…).
Heute vergeht kaum ein Kulturausschuss, in dem Peters nicht quer durch alle Fraktionen über den grünen Klee gelobt wird (…). Unstrittig steht momentan das Dreispartentheater Augsburg in der Publikumsgunst so gut da wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr, weswegen Augsburg vom Focus zur Stadt des Theater-"Booms" ausgerufen wurde.
Das wird auch gestützt durch die eine oder andere Eloge in seriösen Medien wie Opernwelt und FAZ – weil hier so manche Opernrarität verdienstvoll und ansprechend ausgegraben wurde …
Bezeichnend ist, dass er Vorschläge am laufenden Band macht; zum Beispiel eine Art Experimentierbühne plus Bar im Keller des Theaters (in Arbeit), zum Beispiel die Öffnung der Theaterkantine zum Straßencafe (vollzogen) … der Hit aber war und ist Peters´ Idee eines Schauspielhaus-Neubaus neben dem Großen Haus des Augsburger Theaters…
Die Deutsche Bühne 12/2002